„Wir kehren zurück zu unseren Wurzeln“ - Prolytic GmbH

„Wir kehren zurück zu unseren Wurzeln“

Die Prolytic GmbH liefert mit modernen Analyseverfahren wichtige Erkenntnisse über die Verträglichkeit medizinischer Wirkstoffe für den Menschen.

2003 entstand die Prolytic GmbH aus Teilen der ASTA Medica AG – einer Tochtergesellschaft der Degussa AG. Prolytic-Mitbegründerin und Geschäftsführerin Dr. Dorothee Krone arbeitete bereits damals für die ASTA Medica auf dem Areal des Campus Oberhafen. Für 2018 plant sie, mit der auf Bioanalytik und Pharmakokinetik spezialisierten Prolytic GmbH auf den Campus zurückzukehren. Im Interview spricht sie über das Geschäftsfeld ihres Unternehmens sowie die Pläne für den neuen und trotzdem wohlbekannten Standort.

Was geschieht eigentlich genau in einem Labor fĂĽr Bioanalytik und Pharmakokinetik?

Wer einen neuen Arzneistoff auf den Markt bringen möchte, muss zuvor wissen, ob dieser überhaupt vom Körper aufgenommen wird und wie hoch die Konzentration im Blut ausfällt. Wir ermitteln als Dienstleister, mit welcher Dosis die gewünschte Wirkung erzielt werden kann. Dazu nehmen wir exakte Plasmauntersuchungen mittels bioanalytischer Verfahren vor. Je nach Wirkstoff unterscheiden sich die Methoden und die dafür benötigten Gerätschaften deutlich. Der Begriff Pharmakokinetik bezieht sich auf die Prozesse, die der Stoff im Körper durchläuft. Wir werten die Resultate der Analyse rechnerisch aus, erstellen Zeitkurven zur Plasmakonzentration und ermitteln so die richtige Dosis.

An welchem Punkt des Entwicklungsprozesses eines Medikaments kommen Sie ins Spiel?

Relativ früh. Sobald ein potenzieller Wirkstoff entdeckt wird, stellt sich die Frage, auf welchem Wege er am besten verabreicht werden sollte, damit er vom Körper aufgenommen wird. Idealerweise begleiten wir den Entwicklungsprozess ab diesem Zeitpunkt. Häufig dauert es dann drei bis fünf Jahre bis das Medikament in die klinische Phase, weitere 5 – 10 Jahre bis es auf den Markt kommt. Viele Studien und Zulassungsverfahren sind unterdessen nötig. Dabei sind wir nicht nur analytisch tätig – regelmäßig werden wir auch für Gutachten zu Rate gezogen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Wir wollen uns in den kommenden Jahren den Bereich Molekularbiologie erschließen und Analysen von DNA und RNA anbieten. Dafür benötigen wir allerdings mehr Platz, als uns derzeit zur Verfügung steht. Wir werden deshalb in der ersten Jahreshälfte 2018 auf den Campus Oberhafen ziehen.

Wie werden Ihre Räumlichkeiten auf dem Campus gestaltet sein?

Auf unseren neuen größeren Flächen können wir ein intelligentes Konzept realisieren. Unsere Räumlichkeiten werden dann in zwei Bereiche unterteilt sein. Da sind zum einen die Laborflächen mit den verschiedensten Analysegeräten, den Arbeitsflächen für das Pipettieren und für das Arbeiten mit radioaktiven Substanzen und zum anderen die Büroräume. Die Abgrenzung ist wichtig, damit beispielsweise kein infektiöses Material in die Büros gelangen kann. Zudem erhalten wir zum ersten Mal einen großen Besprechungsraum, den wir auch für Kundentermine nutzen können. Die BEOS AG ist sehr bestrebt, unseren Wünschen entgegenzukommen, und die Zusammenarbeit ist immer sehr transparent. Zudem kennen sich die BEOS-Mitarbeiter gut mit den baulichen Richtlinien für Labors aus – schließlich haben sie diesbezüglich bereits Erfahrungen mit den anderen Labormieter auf dem Areal sammeln können.

Welche Vorteile bietet Ihnen der Laborstandort Campus Oberhafen?

Alle fĂĽnf GrĂĽnder von Prolytic waren zuvor bei der ASTA Medica in den Gebäuden des Campus Oberhafen tätig. GewissermaĂźen kehren wir also zu unseren Wurzeln zurĂĽck. Die bestehende Infrastruktur können wir optimal nutzen. Ein Beispiel: Mit der Aeterna Zentaris GmbH, die ebenfalls aus der Asta Medica hervorgegangen und nach wie vor am Campus ansässig ist, unterhalten wir eine enge Geschäftsbeziehung. Die Losan Pharma GmbH ist ein weiterer Kunde, mit dem wir zusammenarbeiten. DarĂĽber hinaus freue ich mich ĂĽber den schnelleren Internetzugang, den wir auf dem Campus bekommen. Ich bin zwar keine Expertin auf diesem Gebiet – aber unser IT-Techniker war ganz aus dem Häuschen, als er von den Möglichkeiten am neuen Standort erfuhr.